10. 04. 2018 - 11. 04. 2018 // Ganztags // Wiesenfelden

Ein Symposium der DBU in Wiesenfelden beschäftigte sich mit der Frage, wie der Naturschutz mit dem vorbelasteten Erbe der überwiegend vormals militärisch genutzten Naturerbeflächen umgehe sollte. Gemeinsam mit Fachleuten diskutierte die DBU, wie Naturschutz und Denkmalpflege sinnvoll ineinandergreifen können.

In diesem Rahmen präsentierte Anett Richter am 11.04.2018 „Naturerbe und Ökosystemdienstleistungen“. In ihrem Vortrag zeigte sie Lösungen zwischen kulturhistorischen und naturschutzfachlichen Nutzungskonflikten am Beispiel des DBU-Projektes „Historische Ökosystemleistungen auf Naturerbeflächen“ auf. Der Vortrag kann hier angesehen werden.

Die 12-monatige Machbarkeitsstudie „Historische Ökosystemleistungen auf Naturerbeflächen in Deutschland“ hat auf exemplarisch ausgewählten Naturerbeflächen historische Nutzungsansprüche von Kulturlandschaften mit hohem naturschutzfachlichen und kulturhistorischem Wert untersucht. Der Vortrag stellte das Projekt sowie erste Ergebnisse vor. Ziel der Untersuchung war es, Methoden zur Erfassung und Bewertung von historischen Ökosystemleistungen auf Naturerbeflächen zu entwickeln und anzuwenden und auf ihre Machbarkeit und Übertragbarkeit auf Naturerbeflächen zu testen. Die Methoden waren gewählt, um vielfältige Bedarfe aus dem Naturschutz sowie Kulturgüterschutz an diese Räume zu vereinen. Dabei wurde auf das Konzept der ökosystemaren Dienstleistungen zurückgegriffen, auch mit dem Ziel, das Konzept im Rahmen des Vorhabens um eine historische Dimension weiterzuentwickeln.
Die Ergebnisse zeigen, dass z.B. die verwendeten partizipativen Methoden geeignete Instrumente darstellen, um die historischen Nutzungen von Naturerbefläche zu erfassen und zu bewerten. Der Mehrwert der Anwendung der Methoden zeigt sich in einem Zugewinn an Informationen über die qualitativen und quantitativen historischen und aktuellen Nutzungen der Flächen. Gleichzeitig wird festgestellt, dass die Möglichkeit des Austausches an Informationen zur Stärkung der Gemeinschaft führt und unterschiedliche Nutzungsansprüche konkret ausgehandelt wurden. Die Verwendung von partizipativen Methoden ermöglichten die Erfassung und Bewertung von traditionellem ökologischem Wissen um die Nutzung und Erhaltung bestimmter ökologischer Zustände und nutzungstypischer Tier- und Pflanzenarten.
Der Umfang der Anwendung dieser Methoden war nicht ausreichend, um zu überprüfen, welches Verständnis zum Kultur- und Naturerbe bei den Interessengruppen existiert. Vertiefende Untersuchungen erscheinen notwendig, um Beziehungen und Aktivitäten zu erfassen, einschließlich solcher, die ein Verständnis zum Schutz und Erhaltung von Natur- und Kulturgütern adressieren, um ein Verständnis zum “Erbe” weiterhin gemeinsam zu erleben, zu erfassen und zu bewerten.

Vortrag auf DBU Symposium in Wiesenfelden